[Filmrezension] Die Bücherdiebin


Englisches Filmposter
Deutsches Filmposter
Titel: Die Bücherdiebin
Engl. Titel: The Book Thief
Basiert auf: The Book Thief - Markus Zusak
Wo sehen?: Seit 13.Feb im Kino  


Liesel Meminger kommt, nach dem Tod ihres kleinen Bruders und der Verhaftung der Mutter, im Jahre 1938 bei Pflegeeltern in einer deutschen Kleinstadt unter. Ihr liebevoller neuer Papa, ein ob fehlender Parteizugehörigkeit kaum beschäftigter Schildermaler, bringt dem aufgeweckten Kind Lesen und Schreiben bei. Bald stellt das Mädchen fest, dass "Wörter Leben sind". Ihre Phantasie ermöglicht es ihr, den schlimmen Ereignissen, die um sie herum geschehen, zu entfliehen. Große Sorgen macht sie sich um Max, einen Juden, der in ihrem Keller Unterschlupf gefunden hat.


Ja, da ist er nun endlich. Der langersehnte Film zu einem meiner absoluten Lieblingsbücher.
Ich bin mir sicher, dass ich nicht die Einzige bin, die Die Bücherdiebin unglaublich gern gelesen hat und so wie viele auch Zweifel an der filmischen Umsetzung dieses Romans hatte. 
Mit extrem hohen Erwartungen und der nicht gerade kleinen Angst enttäuscht zu werden bin ich nun also spontan nach einem langen Tag auf der Leipziger Buchmesse noch ins Kino gegangen und ich kann nur sagen: SEHT EUCH DIESEN FILM AN!!!
Wer das Buch bereits geliebt hat, wird diesen Film vergöttern! Ich habe selten eine Buchverfilmung gesehen, die so detailgetreu und fast genauso wie ich es mir beim Lesen vorgestellt hatte, umgesetzt wurde. (Harry Potter und Herr der Ringe einmal ausgenommen)
Der Film beginnt wie im Buch mit dem Tod, der als Erzähler von Liesels Reise zu ihren neuen Pflegeeltern berichtet. Die Erzählart des Tods ist sehr subtil und überhaupt nicht aufdringlich, wie ich befürchtet hatte. Eine sehr nervige Off-Stimme war nämlich mein Hauptproblem in der Verfilmung zum Buch Seelen.
Betrachtet man einmal das Filmsetting, so ist alles so unglaublich authentisch, dass man wirklich meinen könnte, man würde sich in den 30er Jahren in Deutschland befinden. 
Bis in die letzte kleine Nebenfigur werden alle Charaktere aus dem Buch übernommen und jede einzelne von ihnen hat eine Tiefgründigkeit, die man in einem, im Vergleich dazu, kurzen Film nicht erwarten würde. 
Liesel selbst ist meiner Meinung nach perfekt getroffen. Mit ihren blonden Locken sieht sie aus wie ein kleiner Engel und verkörpert damit das genaue Gegenteil zur harschen Zeit des Zweiten Weltkrieges. 
Auch geschichtlich wird viel rübergebracht und gerade die Bücherverbrennung, wie sie auch auf dem englischen Plakat zu sehen ist, ging mir als Bücherfreund ziemlich nahe. 
Apropos nahe gehen: Wer wie ich bereits beim Lesen des Buches am Ende ein paar Tränchen verdrückt hat, der sollte sich auf jeden Fall eine große Packung Taschentücher mit ins Kino nehmen!
Das gesamte Ende und Liesels tragisches Schicksal steigert sich einfach immer weiter in der letzten halben Stunde des Filmes, dass man einfach nicht anders kann als aus Mitleid und Entsetzen über dieses Schicksal zu weinen. Ich bin normalerweise niemand der so leicht weint bei Filmen, aber ich kann nur sagen, im gesamten Kino waren die ein oder anderen Schluchzer zu hören, und ja, auch bei den Männern ;) 


Kennt ihr das? Der Film ist vorbei, alle raffen ihre Sachen zusammen und eilen möglichst schnell nach draußen um die ersten auf dem Parkplatz oder ganz vorne in der Toilettenschlange zu sein?
Bei Die Bücherdiebin ist eben dieses Phänomen nicht aufgetreten. 
Alle, wirklich alle sind auf ihren Plätzen sitzen geblieben und haben geschwiegen.
Dieser Kinofilm gibt einem sowohl emotional als auch geistig viel zu verarbeiten und drübernachzudenken.
Wer gerne einen Film sehen möchte, der zutiefst berührt, einen in die geschichtliche Vergangenheit abtauchen lässt und natürlich das Thema Bücher herrlich ausgeprägt behandelt, der kann mit Die Bücherdiebin nur absolut richtig liegen! 


5/5 !!!

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