[Rezension] Die Insel - Manuela Martini


Die Insel #1 ○ Gebunden 16,99€ ○ Arena Verlag ○ 400 Seiten



Der Job auf der Perlenfarm mitten im türkisblauen Pazifik scheint perfekt - bis Hannah eines Tages im Dschungel der Vulkaninsel auf einen verlassenen Bunker stößt. Und dort jene mysteriösen Worte aus dem Tagebuch ihrer leiblichen Mutter entdeckt, die sie bis in ihre Träume verfolgen: Mete bab ou alatranp - Prepare for what is coming!



Über Die Insel habe ich bisher keine einzige Rezension gelesen und auch sonst wusste ich nicht, wie so die Allgemeinheit der Leserschaft zu diesem Buch steht, von daher konnte ich völlig unvoreingenommen und ohne konkrete Vorstellungen oder Erwartungen an die Geschichte ran gehen.
Ich muss sagen, ich bin positiv überrascht!

Zunächst einmal liebe ich einfach das Setting! Australien ist in meinen Augen mit einer der schönsten Orte dieser Erde und die Naturbeschreibungen die sich in Die Insel finden, sind einfach nur wunderschön. Sie vermitteln den Eindruck sich direkt mit Hannah (meiner Namensvetterin) im Paradies am anderen Ende der Welt zu befinden und mit ihr die kulturelle Vielfalt des Landes zu erkunden.

Der Hauptcharakter Hannah hat eine interessante Hintergrundgeschichte, über die der Leser im Laufe des Buches immer mehr kleine Bruchstücke erfährt, die sich schließlich zu einem gesamten Bild zusammenschließen. 
Die Beziehung zwischen ihr und Aiden (hach ja, Liebe auf den ersten Blick) fand ich allerdings eher etwas nervig.
Über Hannahs Freundin Nikki, die mit ihr zusammen das Abenteuer Australien bestreitet, hätte ich gerne noch mehr erfahren, denn ihre Vergangenheit wird immer nur zaghaft angedeutet. Konkretes wird dem Leser leider nicht offenbart. 

Die Story an sich läuft erst recht langsam und auch etwas verwirrend an um sich im Laufe der Handlung immer weiter zu steigern und zum Schluss so viel Spannung aufzubieten, dass das Buch einfach nicht mehr aus der Hand gelegt werden kann!
Die letzten 100 Seiten habe ich förmlich an dem Buch geklebt!

Etwas verwirrend ist die Handlung zwischendurch, die mich kurz hat zweifeln lassen, ob ich nicht doch zu einem Fantasyroman gegriffen hätte, aber glücklicherweise findet sich bald darauf eine Erklärung, die die verschiedenen, scheinbar zusammenhanglose Stränge miteinander verknüpft. 
Die verschiedenen Intrigen, die nach und nach aufgedeckt werden sind wirklich unglaublich spannend zu verfolgen und man findet sich selbst schon voller Misstrauen gegen alle anderen Personen in diesem Buch wieder. Niemandem kann man trauen!

Trotz des wirklich sehr guten Inhalts habe ich ein wenig mit dem Schreibstil gehadert.
Die Dialoge klingen doch zwischenzeitlich sehr gestelzt und ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass Personen sich so unterhalten würden. 
Auch die Handlung ist zeitweilig etwas sprunghaft. So ist Hannah zum Beispiel gerade aufgewacht und im nächsten Satz steht sie schon draußen vor der Hütte. Klar kann man sich denken, dass sie in der Zwischenzeit aufgestanden und rausgegangen ist, jedoch gerät man durch solche kleine Stolperer doch ins Stocken im Lesefluss.

Was mich ein bisschen irritiert hat, was ich aber gleichzeitig schon fast wieder lustig fand, waren die teilweise deutschen, teilweise englischen Kapitelüberschriften. Ich dachte erst, ich hätte ein System entdeckt (Rückblicke Vergangenheit Deutsch, Gegenwart Englisch) aber falsch gedacht! Die sind tatsächlich einfach willkürlich gewählt :D 
Es gibt auch Kapitel die die Zukunft zeigen, was ich ein bisschen Schade finde, da sie so dem Leser etwas von der Spannung nehmen (man weiß ja dann schon wer überlebt). Diese heißen übrigens alle gleich :D
Zudem gibt es immer wieder englische Ausrufe oder kurze Sätze bei denen ich mir dachte, huch, hat der Übersetzer da keinen passenden Ausdruck gefunden?
Nein, das muss Frau Martini selbst so geschrieben haben, denn das Buch ist in der  Originalsprache Deutsch! :D

Das fulminante Finale des Buches lässt viele (viele!!) Fragen offen, die hoffentlich im zweiten Band beantwortet werden. 


Ein Buch mit einem sehr hohen Spannungsgehalt und ganz viel Potenzial für den zweiten Band!
Nicht von den kleinen Verwirrungen im Mittelteil irritieren lassen, es findet alles sein logisches Ende.
Abzüge gibt's für die etwas anstrengende Liebesgeschichte und die leicht holprigen Dialoge. 
Wer einen mehr fesselnden als gruseligen Thriller sucht, kann mit Die Insel nichts falsch machen :) 


3,5/5


... an den Arena Verlag!

Kommentare:

  1. Lieben Dank für die Rezension! Über das Buch bin ich online bisher noch gar nicht gestolpert, aber in der Buchhandlung hatte ich es entdeckt und mal kurz in Betracht gezogen. Wenn ich deine Meinung aber so lese, bin ich mir nicht so sicher, ob es wirklich etwas für mich ist. Mit Jugendbüchern hatte ich es generell in letzter Zeit nicht so einfach. Mal überlegen^^

    Liebe Grüße,
    Tina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Also das Buch hat auf jeden Fall auch seine Vorzüge!
      Man muss sich halt wirklich darauf einlassen und Lust auf eine doch etwas verstricktere Handlung haben.
      Ich habe 'Die Insel' fast in einem Rutsch durchgelesen und mir hat es gefallen! Vielleicht hat es mich aber auch einfach nur in der richtigen Stimmung erwischt :)

      Löschen