[Rezension] Wer die Lilie träumt - Maggie Stiefvater


Raven Boys #2 ○ Gebunden 18,95€ ○ script 5 Verlag ○ 528 Seiten



Mit jedem Tag, den Blue mit Gansey verbringt, fällt es ihr schwerer, sich nicht in ihn zu verlieben – obwohl sie weiß, dass ein Kuss von ihr der Grund für seinen nahen Tod sein könnte. Sie ist fasziniert von seiner leidenschaftlichen Suche nach dem verschwundenen König Glendower, und in der knisternden Hitze des Sommers kommen Blue, Gansey und die Raven Boys diesem Ziel immer näher. Vor allem Ronans Fähigkeit, Gegenstände aus seinen Träumen in die reale Welt zu bringen, lässt die Lösung greifbar werden. Doch das Spiel mit der Traumwelt ist gefährlich und Blue und ihre Freunde sind nicht die Einzigen, die sich ihre Wünsche herbeiträumen wollen …


Als ich Wer die Lilie träumt zu lesen begann, war ich sehr froh, dass ich den ersten Band direkt davor gerade beendet hatte, denn der Leser taucht sofort wieder in die Geschichte ein ohne einen erneuten Rückblick von Teil 1.
Ich persönlich fand das sehr angenehm, da eine unnötig lange Rückblende auch schnell mal langweilen kann, aber für Leser, für die der erste Teil womöglich schon ein wenig länger her ist, könnte diese Einführung eventuell etwas zu schnell und überstürzt gewesen sein. 

Was mich gleich zu Beginn sehr überrascht hat, ist, das Blue gar nicht mehr die Hauptperson zu sein scheint, was im Klappentext so gar nicht angedeutet wird. 
Nun steht eher Ronan im Mittelpunkt, der mir ehrlich gesagt im ersten Band mit seiner schroffen Art etwas unsympathisch war. 
Es ist jedoch interessant einmal seine Sicht auf die Dinge zu betrachten und vor allem natürlich seine Fähigkeit, Gegenstände aus seinen Träumen mit in die Realität zu bringen, fügt der Geschichte einen ganz neuen Aspekt hinzu. 

Allgemein gibt es im Laufe des Romans viele Perspektivwechsel, was die Geschichte zwar sehr abwechslungsreich und spannend macht, aber auch mal für die ein oder andere kleine Verwirrung sorgen kann.
Auch scheint die Autorin zwischendurch Probleme zu haben, den roten Faden der Geschichte weiterzuführen. So hat man als Leser das Gefühl, dass man ab und zu eher in der Handlung umher springt, als ihr linear zu folgen.

Die Stimmung in der Story ist im Großen und Ganzen eher düster und auch etwas unheimlich, was ich jedoch keineswegs schlecht finde. Im Gegenteil! Ich finde, es ist eine gute Adaption an das Ende des ersten Teils, der ja bereits etwas düsterer geprägt war. 

Natürlich fällt auch der Schreibstil von Frau Stiefvater wieder positiv auf.
Diese Frau ist ein Metapherngott!
Ich liebe es, wie sie die Umgebung beschreibt und dort auf klitzekleine Details eingeht, die man, selbst wenn man vor Ort gewesen wäre, womöglich kaum beachtet hätte. 

Der Spannungsbogen, der sich zwar eher langsam, aber dennoch stetig aufbaut findet seinen Höhepunkt im Ende und ich bin gespannt auf den nächsten Teil!


Ein Folgeband, der leider etwas schwächer ist als sein Vorgänger, jedoch trotzdem überzeugen kann. 
Der Schreibstil hat für meine innere Bewertung jedoch eine größere Rolle gespielt als die Handlung. 
Ich hoffe auf noch ein wenig Spannungssteigerung im nächsten Band!
Dennoch: Wer den ersten Band mochte, sollte (ohne überschraubte Erwartungen) auch nicht von diesem enttäuscht werden. :)


3,5/5

Kommentare:

  1. Ich bin mir mit dem Band echt total unschlüssig. Es ist ja echt toll, dass die Autorin so viel Wert auf Charaktere und Stimmung legt, aber ihre Handlung finde ich meist eher lahmarschig :-/ Das war mein Hauptproblem mit Band 1. Jetzt lese ich aber auch nicht so richtig raus, dass es nun flotter zur Sache geht und hab meine Zweifel, ob mir das so zusagen wird...

    Liebe Grüße,
    Tina

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    1. Ja okay, das könnte wohl bei diesem Teil wohl tatsächlich ein Problem sein :/
      So richtig schnell geht es auch in diesem Teil leider nicht zur Sache.
      Wenn du die Gelegenheit bekommst, kannst du ja das Buch entweder leihen oder ertauschen, dann ist's wenigstens nicht so schlimm, wenn's nicht gefällt :)

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