[Rezension] Im Labyrinth der Lügen - Ute Krause


Einzelband ○ Gebunden 14,99€ ○ cbj ○ 288 Seiten



Paul ist am Boden zerstört: Seine Eltern wurden nach einem Fluchtversuch von der Bundesrepublik freigekauft und beginnen in West-Berlin ein neues Leben – ohne ihn. Er darf die DDR nicht verlassen und ob er seine Eltern je wiedersehen wird, ist ungewiss. Halt geben ihm Oma und Onkel Henri – und seit kurzem seine Klassenkameradin Millie, die ohne Mutter beim Vater lebt. Eines Abends besuchen die beiden Onkel Henri im Pergamonmuseum, der dort als Nachtwächter arbeitet. Als sie in den Sälen unerklärliche Geräusche hören, forschen Paul und Millie auf eigene Faust nach und geraten in eine gefährliche Geschichte ...



Das Labyrinth der Lügen ist das erste Buch, was mich bisher über das Thema DDR und zweigeteiltes Deutschland wirklich angesprochen hat und auch die Geschichte klang neben dem Hauptthema ziemlich spannend, sodass für mich schnell klar war, dass dieses Buch gelesen werden muss.

Als Erstes treffen wir Paul, unseren Protagonisten. Wie alt genau Paul ist, wird nicht wirklich klar, aber vom Kontext her hätte ich ihn auf um die 12 Jahre geschätzt. 
Paul lebt mit seiner Oma und seinem Onkel Henri in Ost-Berlin. Seine Eltern hat er seit 2 Jahren nicht gesehen, denn sie haben versucht in den Westen zu fliehen und sind bei diesem Versuch aufgegriffen und verhaftet worden. 
Paul ist ein eher schüchterner, aber auch mutiger und emotionaler Junge, der einem schnell ans Herz wächst und den man gerne durch seine aufregende Geschichte begleitet.
Auch die anderen wichtigen Charaktere in Pauls Leben werden kurz skizziert, jedoch habe ich zu ihnen nicht ganz so leicht eine Verbindung aufbauen können wie zu Paul. Etwas mehr Details an der ein oder anderen Stelle hätten die Geschichte zwar noch etwas runder gemacht, waren im Großen und Ganzen jedoch nicht unbedingt für den Verlauf der Handlung notwendig.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und einfach verständlich, jedoch keineswegs "extra kindlich" geschrieben, sodass auch Erwachsene das Buch sehr gut lesen können.

Neben Pauls Geschichte gibt es auch viel Historisches über die DDR in diesem Buch zu erfahren und besonders Themen wie Stasi, Spitzel und die Unterschiede zwischen West und Ost werden ausführlich behandelt. 

Über Pauls Geschichte lässt sich wenig erzählen ohne zu viel zu sagen, deswegen beschränke ich mich einfach darauf zu sagen, dass mir der Handlungsverlauf an sich sehr gut gefallen hat und das ein oder andere mal kam tatsächlich ganz schön Spannung auf.
Die Aufklärung über die Geheimnisse, die verschiedene Figuren im Buch haben, kommt immer ein bisschen häppchenweise, sodass es schon ein bisschen verwirrend und schwierig ist, sich das Große und Ganze am Ende zusammenzufügen. Ich bin mir nicht ganz sicher ob ich mit 10 Jahren (für diese Altersgruppe ist das Buch empfohlen) verstanden hätte, wie alle Ereignisse zusammenhängen. 


Für mich persönlich hat alles sehr gut zusammengepasst und es hat Spaß gemacht Paul auf seiner spannenden Reise durch ein historisches Berlin zu begleiten.
Meine Empfehlung für all jene, die sich einmal etwas näher mit der Thematik DDR und der Trennung Deutschlands auseinandersetzen möchten ohne gleich von historischen Fakten erschlagen zu werden.
Ein wirklich schönes Kinderbuch, das definitiv auch für Erwachsene geeignet ist!



4,5/5 Bookmarks

 

...an den cbj Verlag für dieses Rezensionsexemplar!




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