[Rezension] Lady Midnight: Die dunklen Mächte - Cassandra Clare


The Dark Artifices #1 ○ Gebunden 19,99€ ○ Goldmann ○ 832 Seiten




Niemals wird sie den Tag vergessen, an dem ihre Eltern starben. Die 17-jährige Emma Carstairs war noch ein Kind, als sie damals ermordet wurden, und es herrschte Krieg. Die Wesen der Unterwelt kämpften bis aufs Blut gegeneinander, und die Schattenjäger, die Erzfeinde der Dämonen, wurden fast völlig ausgelöscht. Aber Emma glaubt bis heute nicht, dass ihre Eltern Opfer dieses dunklen Krieges wurden, sondern dass sie aus einem anderen rätselhaften Grund sterben mussten. Inzwischen sind fünf Jahre vergangen, und Emma hat Zuflucht im Institut der Schattenjäger in Los Angeles gefunden. Eine mysteriöse Mordserie sorgt für große Unruhe in der Unterwelt. Immer wieder werden Leichen gefunden, übersät mit alten Schriftzeichen, ähnliche Zeichen wie sie auch auf den Körpern von Emmas Eltern entdeckt worden waren. Emma muss dieser Spur nachgehen, selbst wenn sie dafür ihren engsten Vertrauten und Seelenverwandten Julian Blackthorn in große Gefahr bringt … 
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Der Einstieg in Cassandra Clares neuestes Werk gefiel mir noch sehr gut, aber direkt danach war's dann leider auch schon vorbei mit dem Gefallen. Aber first things first:
Wir lernen Emma und Julian kennen. Die beiden sind Parabatai und trotz des Verbots von Eros (der romantischen Liebe) zwischen Parabatai weiß der Leser bereits nach den ersten paar Seiten: Sie sind beide heimlich ineinander verliebt (natürlich ohne das der jeweils andere das weiß).Auch wenn Emma eine etwas stürmische Art hat, war sie mir doch zu Beginn recht sympathisch. Sie hat eine schwierige Vergangenheit, denn ihre Eltern sind unter ungeklärten Umständen ermordet worden.
Julian hingegen ist ein sehr bodenständiger Typ, der gezwungenermaßen die Vaterrolle für seine 4 Geschwister übernommen hat und meist den Part des 'Vernünftigen' einnimmt.
Nach den ersten paar Kapiteln tauchen weitere bekannte Figuren aus alten Cassandra Clare Reihen auf, die zeigen, wie eng die Geschichten der verschiedenen Reihen miteinander verwoben sind.
Dennoch denke ich, dass man Lady Midnight lesen kann ohne die anderen Reihen zu kennen. Obwohl ich die anderen Reihe gelesen habe, konnte ich mich an nicht viel mehr als die Namen erinnern und trotzdem konnte ich problemlos allen Handlungen folgen. 
Der Schreibstil ist wie gewohnt wirklich schön und sehr anschaulich, sodass man von jeder Figur und jeder Szenerie ein genaues Bild vor Augen hat. Leider schweift Frau Clare dann doch ganz gerne mal ins Detail ab, was vielleicht auch zu der enormen Seitenzahl beigetragen hat.
Leider kam ich wirklich langsam voran mit dem Buch. Obwohl ich jeden Abend gelesen habe, habe  ich doch immer nur ein paar Seiten geschafft, bevor ich es wieder beiseite gelegt habe. Irgendwie wollte mich das Geschehen einfach nicht so recht fesseln. Am Anfang dachte ich mir noch, okay, es ist ein dickes Buch mit über 800 Seiten, da ist es in Ordnung wenn auf den ersten 200 Seiten noch nicht so viel passiert, aber bald war die Hälfte geschafft und es war gefühlt IMMER noch nichts passiert!
Wann kommt denn endlich die Wende? Die Spannung und der Handlungsumschwung der mich umhaut? 


Nach einiger Zeit war ich am Hin und Her überlegen, ob ich das Buch nicht einfach abbrechen soll, schlicht weil es mich so viel kostbare Lesezeit gekostet hat und mir dabei so gar nicht gefallen wollte. 
Detailverliebtheit ist im Grunde nichts Schlechtes, aber hier artet es wirklich ein wenig aus... Auch die Tatsache, das Julian und Emma seit 400 Seiten umeinander rumschleichen ohne das was passiert ging mir einmählig auf die Nerven. Ich dachte mir: Bitte liebes Buch, gib mir etwas was mich die Seiten verschlingen und mich an den Buchstaben kleben lässt! Ansonsten sehe ich nicht mehr viel Hoffnung für uns beide!


Aber was soll ich sagen...die zweite Hälfte des Buches hat es leider nicht geschafft meine Meinung zu ändern. 
 Seit bestimmt 600 Seiten ist dem Leser doch wohl klar, dass die beiden jeweils in den anderen verliebt sind und ich fand es einfach nur noch anstrengend, weiterhin künstlich Missverständnisse und Schleifen reinzubauen, nur damit sie sich erst am Ende des Buches kriegen (und sind wir mal ehrlich, es ist doch allen klar, dass es so kommen wird). 
Mir war die Lust aufs Weiterlesen wirklich vergangen, aber dennoch wollte ich nicht aufgeben. Einfach um vielleicht zumindest von einem phänomenalen Schluss überrascht zu werden, der eventuell erklären würde, warum dieses Buch so unglaublich viele 5 Sterne Bewertungen bekommen hat.


Und dann: Oh was für eine überraschende Wende...nicht. 
Die "Enthüllung" am Ende des Buches fand ich ehrlich gesagt völlig aus der Luft gegriffen. 
Ich persönlich finde es immer frustrierend, wenn dem Leser an Ende eine Lösung präsentiert wird, auf die man selber gar nicht hätte kommen KÖNNEN, einfach weil es keinerlei und ich meine wirklich GAR KEINE Anzeichen gab, anhand derer man irgendwen hätte verdächtigen können. 


Tja, dieses Ende...ich muss sagen, mich konnte man damit leider nicht wirklich begeistern. 
SPOILER (zum lesen markieren)
Irgendwie erinnert mich dieses ganze "ich verlasse dich zu deinem eigenen Schutz blabla" ziemlich stark an den zweiten Twilight Teil, den ich damals übrigens so gar nicht gemocht habe. Diese angeblich "selbtlose" Tat wird total romantisiert, obwohl ich es einfach nur egoistisch finde eine Entscheidung einfach so nicht nur für sich selbst sondern auch für die andere Person zu treffen. Ich finde, jeder kann Entscheidungen für sich selbst treffen und muss nicht bevormundet werden, indem, wie in diesem Fall, Emma glaubt, sie weiß, was das Beste für Julian ist. 
Und dann kommt auch noch dieser ganze Quatsch mit Mark und "ach wir tun einfach so als wären wir zusammen" und nee...ich bin mir zu 100% sicher, dass ich den nächsten Teil der Reihe nicht lesen werde. 

Ich bin insgesamt eher enttäuscht von dem Buch, da eigentlich außer auf vielleicht 20 Seiten insgesamt keinerlei Spannung aufkam und mich dieses ewige Hin und Her zwischen Emma und Julian irgendwann nur noch genervt hat. 
Auch inhaltlich könnte ich nicht sagen, warum genau das Buch über 800 Seiten nötig hatte, denn den gesamten Plot könnte man auch gut auf 250 Seiten zusammen kürzen, wenn nicht sogar noch weniger...
Wirklich sehr schade, nach so vielen positiven Meinungen über Lady Midnight hatte ich mir echt mehr erhofft.



Ein unglaublich dickes Buch mit dafür unglaublich wenig Inhalt. 
Die "Liebesgeschichte" nervt, Spannung gibt es kaum, einzig der schöne Schreibstil, den man bereits aus Clares anderen Werken kennt, hat die Wertung wieder ein wenig nach oben ziehen können.
Leider habe ich mich mehr durch die Seiten gequält als sie wirklich genossen, von daher gibt es von mir für Lady Midnight keine Leseempfehlung.



1,5/5 Bookmarks

 

...an Lovelybooks und den Goldmann Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Kommentare:

  1. Oh wow, schade das dir das Buch so gar nicht gefallen konnte :( Und ich kann deine Kritik total verstehen, und bin bisher selbst noch unetnschlossen ob ich mir wirklich noch einen Wälzer ins Haus hole :)

    LG Piglet <3

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    1. Kommt drauf an, haben dir denn ihre ganzen anderen Reihen alle gefallen? Bei der Chroniken der Unterwelt haben mir persönlich nämlich auch nur die ersten drei Bände gefallen und dann wurd's mir zu anstrengend. Aber wenn dir alle Bücher dieser Reihe und vielleicht auch von der Clockwork Angel Reihe gefallen haben, könnte dir bestimmt auch dieses gefallen :)

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