[Rezension] Gefangen zwischen den Welten - Sara Oliver

Welten Trilogie #1 ○ Gebunden 16,99€ ○ Ravensburger ○ 416 Seiten



Ve und Nicky gleichen sich bis aufs Haar. Doch Ve und Nicky sind keine Zwillingsschwestern. Zwischen ihnen liegen sprichwörtlich Welten! Eine mysteriöse Apparatur hat Ve in ein Paralleluniversum katapultiert - mitten hinein in das Leben ihrer Doppelgängerin. Um in ihre eigene Welt zurückkehren zu können, muss Ve sich mit Nicky verbünden, mutiger sein, als sie es jemals zu träumen wagte, und eine große Liebe opfern ...



Zu Beginn fiel mir der Schreibstil gleich sehr positiv auf, denn man kommt leicht in die Geschichte rein und versteht sofort was passiert. Auch die folgenden Kapitel lesen sich flott und der Handlung ist leicht zu folgen.

Was ich von Ve als Hauptcharakter halten sollte wusste ich auf den ersten Seiten noch nicht so genau. Sie war für mich der typische Teenager, der halt schnell genervt ist und generell sehr fix kopflose Entscheidungen trifft. Schnell hat sich aber mit fortschreitender Seitenzahl herauskristallisiert: Ich mochte sie einfach nicht. 
Sie war mir durch und durch unsympathisch, mit ihren sehr egoistischen Entscheidungen, ihrem ständigen Gezicke wegen Kleinigkeiten und ihrer unglaublichen Naivität.
Es gab Situationen, die offensichtlicher nicht mehr hätten sein können. Der Leser weiß Bescheid, die Figuren im Buch wissen Bescheid, wahrscheinlich weiß die ganze Welt Bescheid, nur Ve rätselt immer noch, was bestimmte Dinge wohl bedeuten könnten...
Auch ist sie unglaublich emotionslos, fast schon kalt, und seltsamerweise von fast nichts in der Parallelwelt so wirklich überrascht, obwohl sie bis zu ihrer versehentlichen Reise dorthin nicht einmal von deren Existenz wusste!
Ihre Doppelgängerin Nicky war mir aber leider nicht minder unsympathisch. Ich schätze mal, die Autorin wollte einfach hervorheben, WIE verschieden doch die beiden Parallelwelten sind und so musste Nicky natürlich das komplette Gegenteil von Ve sein. 
Sie ist also ein Wissenschaftsnerd, sozial inkompetent und total schüchtern. 
Mir kam dieses extreme Gegenteil viel zu übertrieben vor, zumal die Parallelwelten ja darauf beruhen sollen, dass man irgendwann anderen Entscheidungen getroffen hat und sich darauf hin zwei verschiedene Welten weiterentwickelt haben. Es kann mir doch aber keiner erzählen, dass sich die komplette Persönlichkeit inklusive Fähigkeiten verändert, nur weil man ein paar andere Entscheidungen trifft...
Nicky trifft ist auch erst einmal die Hälfte des Buches überhaupt nicht anwesend, weil sie ständig zu irgendwelchen Mathe AGs und Naturwissenschaftswettbewerben muss. Ja, wir haben es verstanden. Sie. Ist. Ein. Nerd. Kein Grund das ständig so stark zu verdeutlichen. 
Zudem trifft auch Nicky wirklich fragwürdige Entscheidungen, die mir völlig übertrieben erscheinen und von denen ich mir auch nicht vorstellen kann, dass ein Teenager so etwas wirklich tun würde.

EIGENTLICH war der Aufhänger der Geschichte ja, dass die beiden Väter von Nicky und Ve verschwunden sind, aber wird auch nur einmal im Buch aktiv nach ihnen gesucht? Nö. 
Nochmal ganz am Ende wird kurz nach dem Motto "ach ja, da war ja noch was" erwähnt das die beiden ja immer noch weg sind und tja, das ist dann wohl jetzt so. Egal, lieber wieder der großen Liebe Finn widmen, ist ja viel wichtiger...

Nachdem kapitelweise nicht wirklich Spannung aufkam, wurde es dann doch gegen Schluss nochmal ein bisschen spannend und die Autorin konnte mich mit einer Entwicklung sogar ein wenig überraschen, aber dann:
Ohje, was war denn das bitteschön für ein Ende...
Dieser unsinnige Abschluss konnte mich leider gar nicht überzeugen. 
Völlig unnachvollziehbar handeln jetzt sogar die Erwachsenen völlig naiv und ich hatte das Gefühl, die Autorin musste die Handlung irgendwie so zurecht biegen, dass noch genug Stoff für den Folgeband da ist, egal ob das jetzt so wirklich gepasst hat oder nicht.Die letzten paar Sätze verraten dann auch noch schon die Handlung der nächsten Bände der Reihe...oh man. Trotz "Cliffhanger" hat man mich nicht neugierig genug gemacht. Band Zwei werde ich nicht mehr lesen. 


Die Idee der Parallelwelten hat mir wirklich sehr gut gefallen und hätte sich die Autorin mehr auf diesen Aspekt konzentriert, hätte mich das Buch sicherlich auch mehr begeistern können, aber mit ewigen Teenager Zickereien und einer Instant Lovestory, wie sie kitschiger kaum hätte sein können, im Fokus konnte mich die Geschichte leider nicht überzeugen. Dazu kommen noch die unsympathischen Charaktere und ein eher mauer Spannungsverlauf, sodass ich mir abschließend recht sicher war, dass ich diese Reihe nicht weiter verfolgen werde. Schade, das Potenzial war da!



2/5 Bookmarks



...an den Ravensburger Verlag und Lovelybooks für dieses Rezensionsexemplar!

Kommentare:

  1. Oh schade, dass dir das Buch nicht gefallen hat. Ich kannte es gar nicht, der Klappentext hörte sich aber ziemlich gut an. Aber das ganz andere Dinge im Fokus stehen ist immer doof, dann schau ich mir das Buch wohl auch nicht noch genauer an...

    Liebst, Lara.

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    1. Tut mir leid, dass ich dich da enttäuschen muss, aber ich habe auch schon von vielen anderen aus der Leserunde gelesen, dass ihnen das Buch nicht so gut gefallen hat, von daher kann ich es leider nicht guten Gewissens weiterempfehlen :/ Ist und bleibt aber immer noch meine Meinung und kann dir natürlich auch ganz anders gehen, solltest du dem Buch doch noch irgendwann eine Chance geben :)

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  2. Oh nein, wie schade, dass hier offenbar der Klappentext etwas anderes versprochen hat. Tatsächlich könnte man meinen das es um den Sci-Fi-Effekt geht und nicht um Teeny-Liebe.

    LG Piglet ♥

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    1. Ja das hatte ich auch gehofft, als ich den Klappentext gelesen habe :/ Wirklich schade drum! Vor allem, dass es dann auch noch eine Trilogie ist und nicht mal wenigstens nur ein Einzelband :D

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