[Rezension] Mein Freund Pax - Sara Pennypacker

Einzelband ○ Gebunden 16,99€ ○ Fischer Sauerländer ○ 304 Seiten



Peter hat den Fuchswelpen Pax vor dem sicheren Tod gerettet und aufgezogen – seitdem sind die beiden unzertrennlich. Peter und Pax verstehen sich ohne Worte, und nur zusammen fühlen sie sich ganz. Aber dann kommt der Krieg und reißt die beiden auseinander. Zwischen ihnen liegen Hunderte von Kilometern und warten tausend Gefahren, doch von ihrer Sehnsucht getrieben, kennen die beiden nur einen Gedanken: den anderen wiederzufinden …



Bereits nach wenigen Seiten musste ich schon das ein oder andere Tränchen verdrücken, da mich der Beginn der Geschichte so sehr an Cap & Capper erinnert hat. Den Film habe ich in meinen Kindertagen häufig geschaut und musste bei der Szene, die Peter und Pax trennt sofort daran denken.

Nachdem die ersten Gefühle wieder verdaut waren, konnte ich erst so richtig in die Geschichte eintauchen und gleich fiel mir der wirklich wunderbare Schreibstil auf. Besonder gefiel mir, dass Pax, der Fuchs, nicht zu vermenschlicht dargestellt wurde, wie es bei Kinderbüchern ja oft der Fall ist. Auch spricht er im Buch nicht oder ähnliches, man "hört" sozusagen nur seine Gedanken. 
Es wird abwechselnd aus Peters und Pax Perspektive erzählt, wobei ich sagen muss, dass ich die Kapitel von Peter deutlich spannender fand als die von Pax. Vielleicht liegt es daran, dass Peter abenteuerlichere Dinge auf seiner Reise erlebt oder dass ich mich mit ihm besser identifizieren kann, da er schließlich ein Mensch ist, aber ich war immer etwas gelangweilt, wenn ich im Gegensatz zu Peters aufregendem Weg das lange Warten und Suchen auf Pax Seite gelesen habe. Trotzdem haben sich beide Perspektiven im Großen und Ganzen gut ergänzt.

Im Laufe seiner Reise lernt Peter die etwas eigenbrödlerische Vola kennen, über die der Leser fast mehr als über Peter selbst erfährt und die deswegen auch mit zu meinen Lieblingsfiguren in dem Buch gehört hat. Sie unterstützt Peter auf seiner Suche nach Pax, wobei ich mich schon manchmal gefragt habe, warum sie dafür so komplizierte Wege gewählt hat.

Die Themen des Buches sind teilweise ziemlich schön düster und auch vor dem Tod wird nicht halt gemacht. Deswegen konnte ich es manchmal kaum glauben, dass ich da gerade ein Kinderbuch lese... 
Es geht zwar auch um Liebe und Freundschaft, aber dominiert wird das Buch doch vom Krieg, dem Verlassen werden und schlimmen Kindheiten.

Bis kurz vor Schluss hat mir das Buch eigentlich wirklich ganz gut gefallen, ausgenommen die etwas lahmen Pax Szenen, aber das Ende wollte mich so gar nicht zufrieden stellen. Es war für mich absolut absehbar und dennoch hat es sich irgendwie total falsch angefühlt. Die Entscheidung an sich, die getroffen wurde, finde ich generell gut, aber irgendwie wurde mir das alles viel zu schnell abgehandelt, als dass ich das Buch mit einem guten Gefühl hätte schließen können, Wirklich schade, da hatte ich mir deutlich mehr erhofft und vor allem ein vollkommeneres Abschlussgefühl gewünscht.

Wer wissen möchte, was genau mich am Ende gestört hat:
SPOILER (zum Lesen markieren)
Der Junge läuft wochenlang über Stock und Stein, nimmt alles auf sich, riskiert seine Gesundheit und sein Leben, damit er seinen Fuchs aus dem Kriegsgebiet retten kann und dann findet er ihn endlich und lässt ihn einfach da?! 
Sorry aber für mich war das absolut völlig unverständlich. 
Das Ende mit Vola hingegen fand ich schön. Leider hat das Ende mit Pax jedoch einen ziemlich bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Peter hätte doch alle drei Füchse an einen neuen Ort bringen können und sie dort frei leben lassen. 
Auch eine richtige Aussprache mit dem Vater hat es jetzt nie gegeben.
Mein Traumende wäre eine Version gewesen, in der Peter mit den drei Füchsen auf Volas Farm zieht und die Füchse dort frei, aber immer noch irgendwie mit Peter und Vola leben können.
Aber das ist wohl leider nur Wunschdenken.


Ein Kinderbuch, dass vielleicht fast schon zu düster ist um als solches eingestuft zu werden.
Es geht um Krieg, das Verlassen werden, aber auch um Liebe und Freundschaft.
Mich hat die Beziehung zwischen Peter und seinem Fuchs sehr berührt und ich habe seine Suche nach Pax gespannt begleitet. Leider hat mich ein schnelles Ende dann doch eher unzufrieden zurückgelassen. Dort hätten ein paar Seiten mehr mit einigen weiteren Details noch vieles bewirken können und vielleicht auch ein besseres Abschlussgefühl geben können.
Trotzdem hat mir das Buch gut gefallen und ich würde es auch Erwachsenen ans Herz legen wollen.



3,5/5 Bookmarks


...an den Fischer Verlag und Lovelybooks für dieses Rezensionsexemplar!

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